Since 06/2026 9 Episoden

Alles auf Anfang, Folge 7

Schweizerdeutscher Mitmach- und Mutmach-Podcast über Neuanfang, Veränderung, Chancen und Ängste

22.06.2026 11 min Chris Carlyce

Zusammenfassung & Show Notes

Trennen und loslassen, was nicht mehr passt sind die heutigen Themen in Episode 7.

Transkript

Podcast „Alles auf Anfang“, Folge 7 Es sind schon ganz viele Mails von euch eingetrudelt, vielen Dank dafür!! Ich freue mich wahnsinnig über euer Feedback und eure Beteiligung und bin auch für jede Kritik offen und dankbar! Da sind ein paar wunderbare Geschichten dabei, das ist wirklich super und ich bin begeistert, dass ihr eure Gedanken und Erlebnisse so bereitwillig teilt!!! Ab nächstem Montag werde ich ein paar Geschichten mit in den Podcast aufnehmen und bin schon sehr gespannt, wie das läuft und wie die Reaktionen darauf sein werden! Heute möchte ich mich noch mit dem Thema „Trennen und loslassen, was nicht mehr passt“ beschäftigen. Das betrifft uns ja alle auf die eine oder andere Art. Jeder hat seine Trennungsgeschichten hinter sich, seine Erfahrungen mit dem Sich-Ablösen gemacht, manchmal ist das mit Schmerz und Enttäuschung verbunden, oft auch mit Trauer, manchmal auch mit Erleichterung. Viel zu oft allerdings halten wir an etwas fest, das eigentlich gar nicht mehr zu uns passt. Egal, ob es um eine Beziehung oder einen Job, eine Gewohnheit oder um unsere Rolle bei irgendwas geht. Vielleicht haben wir Angst, es loszulassen, weil wir nicht wissen, was danach kommt oder wir würden uns schuldig fühlen, oder irgendwie verantwortlich, ob zu Recht oder auch nicht. Vielleicht haben wir auch Angst vor dem Geschwätz der Leute, wenn wir uns in unbekanntes Terrain wagen und wissen nicht, wie wir uns erklären sollen. Vielleicht lassen wir auch aus Gewohnheit nicht los, weil es bequem ist, wie es ist und weil die Veränderung anstrengend wäre oder weil es ja schon irgendwie geht oder doch gar nicht so schlimm ist. Und dann gibt es natürlich auch die Fälle, die loslassen wollen, aber nicht wissen, wie sie es schaffen könnten. Beispielsweise bei einer missbräuchlichen Beziehung, in der der eine Partner den anderen komplett abhängig von sich gemacht hat, finanziell oder psychisch. Oder man spricht die Sprache nicht und weiß nicht, wohin man sich wenden könnte, um Unterstützung zu erhalten oder es sind Kinder im Spiel, die man nicht verlieren möchte usw. Doch in jedem Fall macht es müde und laugt aus, wenn man irgendwo bleibt, wo man eigentlich längst nicht mehr hingehört. Es saugt die Energie aus einem raus, ohne dass man welche zurückerhält. Ich selbst hatte mehrere Beziehungen, die mir alles andere als gutgetan haben und es ist äußerst anstrengend, wenn der Partner im Raum ist und diesen Raum einfach komplett ausfüllt. Wenn kein Platz für einen selbst bleibt und manchmal auch keine Luft mehr, die man atmen könnte. Ich beispielsweise reagiere ziemlich direkt auf mein Gegenüber und spiegle auch oft zurück, was ich empfange. Ich muss gerade an eine Beziehung denken, die ansonsten nicht so toxisch oder missbräuchlich war wie einige der anderen, aber die Energie war schon ganz klar verteilt. Sobald mein Ex nach Hause kam, hat er den Raum komplett eingenommen und seine Stimmung übertrug sich auf alle Anwesenden. Wenn er fröhlich war, ging es allen gut, wenn er schlecht gelaunt war, zog das alle anderen mit sich runter, was ihn noch übellauniger machte und so kam es zu einer Abwärtsspirale, bis die Luft so dick war, dass man sie hätte schneiden können und kaum jemand noch zu mucksen wagte. Und er war oft schlecht gelaunt… Er sog die Energie aus mir raus, weil er selbst keine hatte und für mich war fast nichts mehr übrig. In solchen Situationen kann man sehr sehr lange verweilen. Jahrelang. Sogar ein Leben lang. Der Mensch gewöhnt sich an absolut alles, auch an die furchtbarste Umgebung. Hat man aber die Wahl und findet man die Kraft, muss man sich aus solchen Geschichten lösen. Man kann sehr lange versuchen, sich oder etwas anderes passend zu machen oder etwas mit Ausreden oder der Hoffnung, dass sich schon was ändern wird, zu rechtfertigen. Doch es wird sich nichts ändern. Nur wir können uns ändern. Wenn wir etwas einfach immer nur ertragen, lehnen wir das Leben ab, das wir hätten führen können. Loslassen ist kein Aufgeben und kein Scheitern! Sondern Selbstachtung! Wir können und dürfen sagen: „Danke für alles, aber hier ist Schluss, es geht nicht weiter“. Es wird weh tun, aber etwas einfach weiter zu ertragen, würde noch viel mehr weh tun! Eine Rolle zu spielen, die man schon längst nicht mehr ist, das macht uns kaputt. Und sich einzureden, dass alles gut sei, obwohl es das längst nicht mehr ist, macht uns zu Lügnern. Was nicht mehr passt, obwohl wir es wirklich versucht haben, passt nicht mehr. Punkt. Sagen wir „Danke“ zu allem, was uns dahin gebracht hat, wo wir nun sind und lassen es dann gehen. Irgendwo zu bleiben, weil es einfach ist oder wir es nun mal so gewohnt sind, ist leicht. Das Unbekannte des Neuanfangs zu wählen, braucht hingegen Mut. Der Job macht nur noch müde, die Beziehung tut nicht gut und die Version von einem selbst stimmt nicht mehr, trotzdem bleiben wir, auch wenn es uns ausbrennt, statt uns belebt. Wegen dem, was mal das tollste für uns war, oder wegen dem, was vielleicht hätte sein können oder wegen dem, was man sich mal erträumt hatte, aber längst nicht mehr unser Traum ist. Man gewöhnt sich an das Schweigen, das Runterschlucken, an die Spannung, die herrscht, man lacht immer weniger, man wächst immer langsamer und ist irgendwo reingequetscht, wo vielleicht der Körper grad noch so reinpasst, die Seele aber nicht mehr. Und bevor man sich selbst im Spiegel nicht mehr erkennt oder kein Respekt mehr vorhanden ist, muss man gehen. An etwas festzuhalten, was uns nicht mehr guttut, zeigt nicht, dass wir ausdauernd sind. Denn was wir nicht loslassen, lässt auch uns nicht los. Es raubt uns unsere Energie, lenkt unseren Fokus ab und nimmt uns unsere Klarheit. Natürlich tut es weh, etwas loszulassen, was uns einmal viel bedeutet hat. Jeder Abschied ist schmerzhaft, egal, ob es um eine Beziehung oder ein Projekt, einen Glaubenssatz, einen Traum oder einen Ort geht. Doch in jedem Abschied steckt auch ein Neuanfang und winkt die Freiheit. Wenn eine Phase unseres Lebens uns geprägt hat, dann tut es weh, ihr Ende zu erkennen und zu akzeptieren, doch was, wenn das nicht das Ende ist, sondern der Anfang von etwas anderem? Kein Verlust, sondern der Gewinn von etwas, das besser passt? Wir sollten uns ab und zu fragen, ob wir die Phase, in der wir gerade stecken, wirklich wollen, ob das wirklich wir sind, oder ob wir einfach nur Angst haben, etwas loszulassen. Es gibt Dinge, die man nicht retten kann, sondern gehen lassen muss. Vielleicht aus Angst, ohne diese Dinge nichts mehr zu sein, halten wir an altem festen, aber mit der Last des alten, die wir mit uns mitschleppen, können wir uns nun mal nicht gut fortbewegen und nicht entwickeln und nicht wachsen. Und es gibt keine neue Version von uns, wenn wir die alte künstlich am Leben halten. Wir müssen uns auch vor Augen halten, dass wir, wenn wir in Beziehungen nicht loslassen können, auch wenn wir nur noch aus Gewohnheit oder Angst in dieser Beziehung sind und uns klein machen, um noch rein zu passen, dass wir dann ja auch jemanden festhalten, denn den anderen lassen wir ebenfalls nicht gehen. Beide sind gefangen. Bindungen zu lösen, die einen nicht mehr nähren und stärken, ist keine Schwäche und auch keine Kälte. Es braucht Mut und Klarheit. Der Partner war ein wichtiger Teil unserer Geschichte, er hat uns lange begleitet, er hat seinen Platz gehabt und das war hoffentlich gut so. Doch an etwas festzuhalten, das uns nur erdrückt oder in unserer Entwicklung lähmt, das ist keine Liebe, sondern Angst. Sich selbst aufzugeben und somit zu verlieren, nur um den anderen nicht zu verlieren, ist keine Liebe, sondern Angst. Und nicht jeder, der dir sagt, dass er dich liebt, ist auch gut für dich und nicht alles, was irgendwann mal wichtig war, ist nach wie vor auch richtig. Was könnt ihr nicht loslassen, obwohl es euch schon längst nicht mehr guttut? Oder was habt ihr geschafft, loszulassen? Teilt eure Erfahrungen mit mir und allen, die zuhören!

Feedback geben

Erzählt mir eure Gedanken zu den Themen, eure Ideen zu den gehörten Geschichten und erzählt mir eure Geschichte, was ihr erlebt habt zum Thema Neuanfang! 
Ich freue mich sehr auf eure Mitteilungen und euer Feedback, vielen Dank!!

Mit einem Klick auf "Nachricht absenden" erklärst Du Dich damit einverstanden, dass wir Deine Daten zum Zwecke der Beantwortung Deiner Anfrage verarbeiten dürfen. Die Verarbeitung und der Versand Deiner Anfrage an uns erfolgt über den Server unseres Podcast-Hosters LetsCast.fm. Eine Weitergabe an Dritte findet nicht statt. Hier kannst Du die Datenschutzerklärung & Widerrufshinweise einsehen.