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Alles auf Anfang, Folge 4

Schweizerdeutscher Mitmach- und Mutmach-Podcast über Neuanfang, Veränderung, Chancen und Ängste

01.06.2026 12 min Chris Carlyce

Zusammenfassung & Show Notes

Die Themen der vierten Folge: Endlich handeln! Nicht nur davon reden und sich nicht mehr dauernd erklären.

Transkript

Podcast Folge 4 Hallo zusammen bei der 4. Folge von „Alles auf Anfang!“ Unsere Themen heute: endlich handeln! Und nicht nur davon reden. Und sich nicht mehr dauernd erklären müssen. Wie oft schieben wir etwas vor uns her?!? Nicht nur eine unangenehme Aufgabe wie die Steuererklärung oder das Aufräumen des Kellers, sondern auch ein Projekt, eine Idee oder einen Traum? Wie oft sagen wir zu uns selbst „es ist nicht der richtige Zeitpunkt!“? Wir schieben unsere Untätigkeit auf die Umstände oder den Zeitmangel oder haben aus irgendeinem Grund die Vorstellung, dass irgendwann das Schicksal an die Tür klopft und uns die Einladung zu einer wunderbaren, verheißungsvollen Zukunft entgegenstreckt. Spoiler: Den richtigen Zeitpunkt gibt es nicht. Und es wird auch höchstens der Postbote vor der Türe stehen, wenn es klopft. Aber bestimmt nicht das Schicksal oder das Universum. Auch kein Traumprinz auf einem Schimmel oder ein Flaschengeist oder sonst wer, der Wünsche entgegennimmt. Wir müssen die Arbeit schon selbst erledigen. Und zwar am besten jetzt sofort. Jeder von uns hatte schon mal die wahnsinnig geniale Knüller-Idee, vor Begeisterung haben wir Purzelbäume geschlagen und uns ausgemalt, wie erfolgreich wir mit dieser Idee sein werden. Und dann ist irgendwie, ganz seltsam, einfach gar nichts passiert. Jeder kennt das. Wir Menschen neigen einfach dazu, Dinge nicht direkt anzupacken. Veränderungen sind mit Anstrengung verbunden und das mögen wir irgendwie nicht so ganz… Wir suhlen uns lieber in unserer Komfortzone, dort sind wir sicher und das Leben ist angenehm... Wir schieben also den Beginn eines Projektes vor uns her oder schreiben hübsche Pläne dafür, die wir dann nicht umsetzen. Ich persönlich bin super darin! Ich bin die Königin der nicht umgesetzten Pläne! Ungefähr 35 Jahre Erfahrung mit Plänen in allen Größen, Farben und Formen zeichnen mich aus. Fast wöchentlich neu erstellt oder überarbeitet, immer perfekt durchdacht und formvollendet bis in´s kleinste Detail ausgearbeitet. Nur einen Risikofaktor habe ich nie mit eingerechnet: mich selbst. Und so gingen Jahre in´s Land und unzählige Blätter Papier und Stunden meiner Lebenszeit wurden vergeudet an Pläne, die dann nie ausgeführt wurden. Es waren auch ein paar gute Ideen dabei, gar keine Frage. Eine Zeitlang hatte ich auch das Pech, dass immer kurz nachdem ich eine neue Idee hatte und davon damals auch noch davon meinem Psychotherapeuten erzählte, genau dieses Produkt oder diese Idee oder dieser Name ein paar Tage später irgendwo auftauchte. Ich fand das natürlich ziemlich gemein, mein Therapeut meinte allerdings, ich solle mich nicht grämen, das bedeute einfach nur, dass ich am Puls der Zeit sei. Im Endeffekt war es auch egal, da ich sowieso so gut wie nie irgendetwas umsetzte. Es gibt genau deswegen die sogenannte 72-Stunden-Regel, die besagt, dass Vorhaben, die man nicht innerhalb dieser Zeit umsetzt oder zumindest anfängt, sie umzusetzen, überhaupt nicht mehr in Angriff genommen werden. Die Chance, dass wir ein Projekt irgendwann später doch noch beginnen, liegt bei etwa einem Prozent. Also praktisch bei Null. Welch wunderbare Ideen leider nicht entstanden sind und Lösungen zu unterschiedlichsten Problemen nicht ausgearbeitet wurden, das ist so schade!! Auf den perfekten Moment zu warten, ist also nur eine Ausrede. Vielleicht nutzen wir sie, weil wir Angst haben. Angst zu scheitern oder auch Angst, etwas zu schaffen und dann mit der neuen Situation nicht mehr klar zu kommen. Angst, ausgelacht oder als Spinner angeschaut zu werden. Angst zu haben ist nicht schlimm, das gehört zum Leben dazu und zur Veränderung sowieso. Doch wenn wir sie überwinden können, sind wir stärker als zuvor. Der perfekte Moment kommt nicht, doch unsere Idee ist schon da und wartet darauf, von uns umgesetzt zu werden. Sie muss noch nicht perfekt ausgearbeitet sein, sie kann noch vage und unklar sein, doch sie wird klarer werden, sobald wir damit angefangen haben. Es ist wie mit der leeren weißen Seite, die so viele Menschen, die etwas schreiben möchten, ängstigt. Man weiß nicht, wie und wo man anfangen soll mit dem, was man schreiben möchte. Doch wenn man einfach irgendwo anfängt, kommen die Wörter irgendwann fast von selbst und die ersten zögerlichen Zeilen kann man danach ja auch einfach überschreiben. Das Wichtigste ist, überhaupt anzufangen!! Und wenn man sich trotz allem wie gelähmt fühlt, hilft manchmal auch folgende Übung: Stellt euch vor, was im allerschlimmsten Fall passieren könnte. Ihr könntet mit eurer Idee scheitern, ihr könntet von eurem Lebensabschnittsgefährten ein „hab ich´s dir doch gesagt!“ zu hören bekommen, jemand könnte über euer Projekt lachen oder keiner will Geld reinstecken oder es funktioniert einfach irgendwie nicht wie geplant. Und so weiter. Am besten alles aufschreiben, dann kann man es sich irgendwann später wieder durchlesen und merkt, dass kaum je eines der Dinge, vor denen man sich gefürchtet hatte, eingetroffen sind. Denn es wird nichts allzu Schlimmes passieren. Was aber passieren könnte, ist, dass ihr noch lange an euren Einfall zurückdenkt und bereut, dass ihr es nicht wenigstens versucht habt. Und das ist schlimm. Hattet ihr auch schon mal so einen Knüller-Einfall, den ihr nie umgesetzt habt? Und denkt ihr noch ab und zu daran? Was einen natürlich auch nicht weiterbringt, ist, nur über eine Idee zu reden, aber nie etwas dafür zu tun. Über etwas zu reden, und sei es nur zu sich selbst, kann einem das Gefühl geben, sich vorwärts zu bewegen und weiterzukommen und aktiv an etwa dran zu sein. Doch eigentlich ist es Stillstand und führt zu nichts. Wir werden am Schluss an unseren Taten gemessen, nicht an unseren Worten. Auch wenn es momentan allzu oft so scheint, dass nur der gehört wird, der am lautesten schreit und nur der gesehen wird, der am grellsten durch die Masse scheint, am Ende zählen die Taten. Wir und unser Umfeld werden uns an das erinnern, was wir gemacht haben und nicht an das, was wir gesagt haben, was wir machen wollen. Natürlich klappt nicht immer alles, natürlich kommt oft das Leben dazwischen. Das ist nun mal so. Wir haben Kinder, um die wir uns kümmern müssen, wir haben Jobs, Beziehungen, Haustiere. Verpflichtungen, Bürden, Aufgaben… Da kann man nicht einfach so nebenher mal eben noch die Pizza, die sich selbst belegt, den Samen, aus dem ein Geldbaum wächst oder den Knopf in der Wand, der beim Drücken in Sekundenschnelle allen Staub im gesamten Haus aufsaugt, erfinden und umsetzen, das ist klar, das geht nicht! Doch die Energie, die man in´s Gerede über eine Idee steckt, kann man ebenso gut in ihre Ausführung stecken und wenn es dann gut läuft, kriegt man so viel Energie zurück, dass man so richtig für das neue Projekt brennt und hartnäckig weiter dranbleibt und irgendwann auch damit an´s Ziel gelangt. Und wenn wir etwas auch einfach machen, brauchen wir uns auch gar nicht erklären. Wir brauchen nicht darauf warten, dass jemand kommt und unseren Traum so toll findet, dass er ihn für uns anpackt. Denn es wird niemand kommen. Oft werden wir auch nicht verstanden, doch das macht nichts. Wir brauchen niemanden, der an der Seitenlinie steht und uns aufmunternd zujubelt oder der unser Händchen hält. Es ist unser Traum, so einzigartig wie wir selbst und nur wir können ihn verstehen und nur wir können ihn auch leben! Vielleicht werden wir irgendwann verstanden, vielleicht auch nicht. Es spielt keine Rolle, Hauptsache, wir haben den Traum gelebt. Wie viele Erfinder, Künstler und große Denker wurden erst Jahre nach ihrem Tod verstanden und anerkannt, was natürlich traurig ist, doch sie konnten für ihre Ideen brennen und sie ausleben. Es ist auch nicht nötig, sich dauernd zu rechtfertigen. Vor seinen Eltern, Partnern, Freunden, Nachbarn. Wir dürfen unsere Meinung ändern, unsere Richtung wechseln, neu anfangen und unser Leben leben. Denn wir haben ja nur das eine. Wenn wir fünf Leben hätten, wäre das alles überhaupt kein Problem. Wir könnten ein Leben so leben, wie unsere Eltern sich das vorstellen, eins so, dass es für unseren Partner oder unsere Partnerin passt, eins so, wie die Nachbarn es gut finden würden, eins so, wie es für die Kinder angenehm wäre und dann das letzte vielleicht noch nach unseren Vorstellungen. Dann wäre jeder zufrieden. Doch so müssen wir manchmal einfach Dinge tun, die andere nicht verstehen. Neue Wege beschreiten, auch wenn wir keine Begleitung dabeihaben. Denn gehen müssen wir sie sowieso alleine, es sind ja unsere Wege. Erzählt mir von euren Wegen. Wo haben sie euch hingeführt? Wo sollen sie euch rausführen??

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