Alles auf Anfang, Folge 3
Schweizerdeutscher Mitmach- und Mutmach-Podcast über Neuanfang, Veränderung, Chancen und Ängste
01.06.2026 11 min Chris Carlyce
Zusammenfassung & Show Notes
In der dritten Episode sind die Themen. sich für sich selbst entscheiden und das, was einmal war, loslassen.
Transkript
Podcast Folge 3
Hallo ihr Lieben! Herzlich willkommen zur dritten Folge von meinem Podcast „Alles auf Anfang“!
Heute geht es darum, wie wichtig es ist, sich für sich selbst zu entscheiden und das, was einmal war, loszulassen.
Wenn man etwas verändern möchte und im Leben weiterkommen und nicht dauernd auf der gleichen Stelle treten will, sollte man nach Möglichkeit mit dem, was früher einmal war, abschließen.
Man soll die Vergangenheit nicht vergessen oder verdrängen, sie bleibt schließlich ein wichtiger Teil von uns und hat uns zu dem Menschen gemacht, der wir heute sind.
Aber man muss sich doch irgendwann mit seinen Altlasten befassen. Das ist nicht immer einfach und man erkennt auch nicht immer, dass es überhaupt notwendig ist. Manchmal ist es auch sehr schmerzhaft.
Ich selbst habe beispielsweise 16 Jahre gebraucht, um wirklich über meine erste große Liebe hinwegzukommen und den Verlust von damals zu akzeptieren. Fast jeden Tag liefen in meinem Inneren Bilder von damals ab und die Frage, „was wäre gewesen, wenn…“ liess mich einfach nie los. Habt ihr sowas auch schon mal erlebt? Es bringt einen kein Stück weiter, behindert den Blick auf die Gegenwart und steht immer im Weg, außerdem tut es weh.
Man lebt, man führt Beziehungen, lacht, weint und lernt, doch man ist nie so ganz bei der Sache, von ganzem Herzen und man verpasst dabei das richtige Leben.
Manchmal ist es wirklich sehr schmerzhaft, sich der Vergangenheit zu stellen und schlimmstenfalls auch zusätzlich mit Schuldgefühlen verbunden.
Es gab Zeiten in unserem Leben, die schlimm waren und weh taten. Aber wir sind nicht mehr dort!
Und wir können auch nicht mehr ändern, was damals passiert ist.
Doch so lange wir uns die Platte von damals anhören, können wir keine neue Platte auf den Plattenspieler legen!
Wir können nicht etwas Neues beginnen, wenn wir noch im alten leben.
Also müssen wir loslassen und verarbeiten und uns auch das eine oder andere verzeihen.
Jeder hat sein Päckchen zu tragen und hat Fehler gemacht, aber oft wusste man es zu dem Zeitpunkt damals ja auch einfach nicht besser.
Es gab so viel zu lernen, schließlich kamen wir nicht mit einem eingebauten Navi zur Welt, das uns gesteuert hat, sodass wir niemals falsch abgebogen sind.
So nach dem Motto “zweimal rechts, dann links und danach immer geradeaus, dann kann schon nichts schief gehen und wir sind immer auf der richtigen Spur…“
So funktioniert das Leben nun mal nicht.
Und auch unsere Eltern können uns nicht durch all das Chaos und all die Probleme, die das tolle Abenteuer Leben mit sich bringt, navigieren.
Sie meinen es zwar meist gut mit uns, doch ist ihre Vorstellung von dem, was gut für uns ist, nicht zwangsläufig deckungsgleich mit dem, was wir als gut für uns erachten.
Und so müssen wir unsere Entscheidungen treffen, unsere Fehler machen und unsere Lektionen selbst lernen.
Und wenn wir dann heute mit all unserer Lebenserfahrung und viel angehäuftem Wissen hier sitzen und uns verurteilen für die Fehler von damals, als wir noch nicht so viel wussten, dann ist das ist ein bisschen unfair und solche nicht abgeschlossenen Geschichten belasten unser Weiterkommen.
Darum: verzeihen wir uns unsere Fehler und Schwächen und blicken dann nach vorn!
Verabschieden wir uns vom alten Ich und begrüßen das neue!
Und damit wir gesund bleiben und unseren Neuanfang möglichst erfolgreich gestalten können, sollte das neue Ich doch vor allem authentisch sein, oder nicht?
Ohne Maske, ohne Schauspiel, es muss auch nicht perfekt sein, sondern einfach nur echt, einfach wir selbst.
Denn wie können wir der Mensch sein, der in uns steckt, der, der wir wirklich sind und als den wir leben wollen, wenn wir jemand anderen spielen??
Entscheiden wir uns für uns selbst und schauen wir uns selbst auch als wichtig an, denn das sind wir!
Nicht, weil wir so egoistisch wären, sondern weil nur wir wissen können, ob es uns gut geht und weil nur wir unser Leben führen können.
Und wenn das alles passt und es uns gut geht, dann geht es auch unseren Kindern gut und unseren Beziehungen und auch uns insgesamt als Gesellschaft.
Wer mit sich im Reinen ist, hat schließlich keinen Grund, anderen schaden zu wollen oder mit Wut und Hass durch die Welt zu stampfen.
Und Positives auszusenden bringt Positives zurück, wie wir alle wissen.
Das gilt auch dann, wenn wir uns gerne um andere kümmern: damit wir dazu in der Lage sind, müssen wir uns zuerst um uns selbst kümmern, sonst fehlt uns die Kraft dazu, uns für andere einzusetzen.
Natürlich liegt die Verantwortung für uns selbst auch ganz bei uns selbst, die können wir nicht auslagern, zumindest als gesunde Erwachsene nicht.
Beispielsweise wäre es ja ziemlicher Quatsch, zu denken, dass es mir nur gut gehen kann, wenn immer genau 20 Grad herrschen und die Sonne scheint, nicht wahr?
Viele Menschen erwarten allerdings von ihrem Partner oder von ihrer Partnerin, dass die sich in einer bestimmten Art und Weise zu verhalten haben, damit es ihnen gut geht und das ist genauso Quatsch und funktioniert nun mal einfach nicht.
Sein eigenes Wohlbefinden von etwas oder jemand anderem abhängig zu machen, ist anmaßend und egoistisch.
Wenn wir erwarten, dass sich jemand anderes oder auch beispielsweise der Staat um uns zu kümmern hat, brauchen wir uns nicht beschweren, wenn wir dann am Schluss nur rumgeschubst werden.
Soll mein Leben in eine bestimmte Richtung verlaufen, muss ich das Steuerrad schon selbst in die Hand nehmen, sonst habe ich keinerlei Kontrolle über das, was passiert!
Es gibt schon genügend Dinge, die wir nicht kontrollieren können, gar keine Frage, doch es gibt auch vieles, was wir kontrollieren können.
Zum Beispiel unsere Routinen im Alltag, unsere Gedanken, die zu unseren Handlungen werden, unsere Reaktionen, Pläne und Lebenseinstellungen, das alles können wir kontrollieren.
An diesen Dingen kann man arbeiten. Man kann sie verändern und dadurch eine neue Richtung einschlagen.
Ganz nach C.G. Jung: Zitat: Ich bin nicht das, was mir passiert ist. Ich bin das, was ich entscheide zu werden. Zitatende.
Auch ohne selbst in den sogenannten sozialen Medien unterwegs zu sein, wo das ganze nochmals auf einem höheren Level betrieben wird, sehe ich viele Menschen ihr eigenes Selbst verkaufen, nur um irgendwo dazuzugehören oder reinzupassen oder einem bestimmten Bild zu entsprechen.
Vielleicht wissen sie wegen all dem Lärm und Geschrei, das uns heutzutage umgibt, nicht mehr, wer sie eigentlich sind?
Oder vielleicht ist es ihnen wichtiger, den äußeren Schein zu wahren, als echt und authentisch zu sein?
So viele Menschen pflegen ihr Bild nach außen sehr viel sorgfältiger als ihre wahre Identität.
Denn das Bild nach außen gibt Komplimente, bewundernde Blicke und online natürlich Likes. Doch sie trauen sich nicht, zuzugeben, dass sie eigentlich müde sind oder es ihnen vielleicht auch einfach richtig schlecht geht.
Keiner will jammern und schwach wirken, das ist verständlich.
Aber in Beziehungen zu bleiben, die nicht gut für uns sind, nur weil wir denken, nicht alleine sein zu können oder einen Job zu machen, der uns eigentlich gar nicht gefällt, nur damit wie ein tolles Auto kaufen können, wird uns irgendwann ausbrennen.
Das soll jetzt kein Aufruf sein, in Massen Jobs zu kündigen oder Schluss zu machen, sich die Haare nicht mehr zu kämmen und auf jedes höflich gemeinte „wie geht´s?“ mit einem endlosen Monolog über die ganzen Probleme in Partnerschaft, Kindererziehung, mit der Steuererklärung und dem Kleiderschrank zu antworten!
Es soll einfach zum Nachdenken darüber anregen, ob man dort ist, wo man sein möchte, ob man der ist, der man sein kann und ob man dorthin unterwegs ist, wohin man sich träumt, wenn man mal zwischen dem Klavierunterricht der Tochter und dem Ausräumen der Spülmaschine kurz Zeit hat zum Träumen.
Und wenn man merkt, dass etwas sich nicht richtig anfühlt, dass jemand einem nicht guttut oder dass man einfach völlig auf dem Holzweg ist, dann muss man daran etwas ändern.
Was möchtet ihr ändern? Welchen Neuanfang plant ihr? Oder habt ihr vielleicht sogar schonhinter euch?
Teilt eure Wünsche und Erfahrungen mit mir und allen, die zuhören!
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Erzählt mir eure Gedanken zu den Themen, eure Ideen zu den gehörten Geschichten und erzählt mir eure Geschichte, was ihr erlebt habt zum Thema Neuanfang!
Ich freue mich sehr auf eure Mitteilungen und euer Feedback, vielen Dank!!
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