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Alles auf Anfang, Folge 2

Schweizerdeutscher Mitmach- und Mutmach-Podcast über Neuanfang, Veränderung, Chancen und Ängste

01.06.2026 15 min Chris Carlyce

Zusammenfassung & Show Notes

In der zweiten Folge von "Alles auf Anfang" geht es darum, mehr auf seine Instinkte zu hören und sich nicht länger für sein Dasein und alles mögliche andere zu entschuldigen.

Transkript

Podcast Folge 2 Ganz herzlich willkommen zur zweiten Folge von meinem Podcast „Alles auf Anfang“! Ich bin Chris und möchte mit euch über die Themen Neuanfänge, neues wagen, alte Lasten abwerfen und einfach insgesamt zufriedener und selbstbestimmter leben, sprechen. Bis ein Austausch mit euch so richtig in´s Rollen kommt, behandle ich ein paar Folgen lang die Punkte, die mir wichtig erscheinen und bin sehr gespannt darauf, wie es dann sein wird, wenn ich E-Mails von euch erhalte und ein Austausch stattfindet. Die ersten vier Folgen lade ich zusammen hoch, danach gibt es dann immer am Montag eine neue Folge, es wird dann also immer Mitmach-Mutmach-Montag sein, ein guter Start in die neue Woche! Und vielleicht auch für den einen oder die andere eine kleine Begleitung beim Start in einen neuen Lebensabschnitt? Wie schon in der ersten Folge kurz angerissen, möchte niemand am Ende seines Lebens zurückblicken und bereuen, dass er oder sie nicht mehr gewagt hat, Chancen nicht ergriffen und nicht versucht hat, die eigenen Träume zu verwirklichen! Ich stelle mir das äußerst schmerzhaft vor, so ein Rückblich und ich habe mir fest vorgenommen, alles zu tun, um das zu verhindern. Gerade jetzt, so ungefähr in der Mitte (oder hoffentlich in der Mitte) des Lebens (ich bin 49!!), macht man sich häufiger als früher Gedanken darüber, was man hinterlässt, wer man eigentlich ist und warum die bucket list statt kürzer eher immer länger wird!? Es geht nicht darum, dass das Leben, das man gerade führt, nichts wert wäre oder dass man nichts erreicht hätte, nur weil man kein Haus besitzt oder nicht 50 verschiedene Länder aufzählen kann, in die man gereist ist. Jeder hat andere Vorstellungen von Glück und Erfüllung, hat eigene Ziele und Träume und das ist wunderbar so! Aber wenn dann eine gewisse Diskrepanz herrscht zwischen den Träumen, die man mal für sich hatte und die zu erreichen nicht komplett unmöglich war und dem Dasein, das man führt, beispielsweise als Alleinerziehende mit Buchhalter-Job und Herausforderungen, wie: „Spaghetti oder Maccaroni?“, blaue Socken oder graue?“ und man sich nicht gut und erfüllt damit fühlt, dann ist es doch höchste Zeit, etwas zu unternehmen!! Oder wie seht ihr das? Seid ihr rundum zufrieden und erfüllt und habt ihr eure Ziele eins nach dem andern erreicht oder stolpert ihr mehr schlecht als recht durch das Leben, froh, wenigstens den Alltag irgendwie zu bewältigen und denkt ihr ab und zu mit Wehmut und Schmerz an eure Träume, die irgendwann auf der Strecke begraben wurden oder die ihr vergessen habt? Vielleicht braucht ihr ja auch neue Ziele? Wisst ihr, was das sein könnte? Schreibt sie unbedingt auf! Ziele ins Auge fassen, so konkret wie möglich und unbedingt aufschreiben, denn dann werden sie einfach wirklicher. Man sollte sie auch in kleine, einfach zu erreichende Schritte unterteilen. Und sie natürlich verfolgen!! Methoden zur Ziel-Definition und -Umsetzung gibt es etwa so viele wie Diäten, von der SMART- und der WOOP-Methode bis zu Kaizen oder Harada… Nur machen muss man es dann doch blöderweise selbst…. Ich denke, jede und jeder von uns hat Träume und Wünsche, was sie oder er noch erreichen möchte. Und diese Vorstellungen sind auch nur da, weil wir sie auch schaffen können, sonst könnten wir sie uns nicht vorstellen, oder? Falls jemandem kein Ziel in den Sinn kommt, sie oder er aber beispielsweise beruflich unzufrieden ist, jedoch nicht weiß, welcher andere Weg eingeschlagen werden könnte, denkt einfach mal zurück an einen Moment, in dem eure Stärken voll zum Tragen kamen, an die Augenblicke, wo ihr ganz ihr selbst wart und gemerkt habt „hey, das kann ich richtig gut!“. Ganz egal, was es ist, ob im Umgang mit Kindern oder mit älteren Herrschaften, ob beim Kochen, Malen, Fahrrad reparieren oder sonst irgendwas… Das könnte einen ersten Hinweis geben. Denn wir wissen tief drin schon sehr genau, wer wir sind… Wir müssen sowieso dringend wieder lernen, mehr auf unsere Instinkte zu hören! Sei es in Bezug auf Lebensmittel, in der Erziehung unserer Kinder oder indem wir insgesamt wieder mehr auf uns selbst hören und unserer inneren Stimme lauschen. Unsere Sinne sind immer geschärft, sie können uns mitteilen, ob der Joghurt noch gut ist, ganz egal, welches Datum draufsteht. Sie können uns helfen, herauszufinden, was unser Baby gerade benötigt, dafür brauchen wir kein Handy! Und sie können uns sagen, ob etwas gut für uns ist oder nicht. Ich werde beispielsweise nie vergessen, wie einmal mein späterer Ex-Freund nach dem ersten Kennenlernen auf meinem Sofa saß und ich ihn anschaute und in mir drin ganz laut und deutlich, es war wirklich unüberhörbar, eine Stimme ganz klar „Nein!“ sagte. Leider habe ich nicht auf sie gehört. Und die Konsequenzen davon werden mich den Rest meines Lebens begleiten. Die innere Stimme kennt uns und ist immer wach und auf der Hut. Sie warnt uns vor Menschen oder Angeboten, die uns nicht guttun und sie zu ignorieren, führt uns nicht dorthin, wo wir eigentlich hinwollen und hingehören. Wir sollten unserem Instinkt und uns selbst und unseren Fähigkeiten vertrauen! Stattdessen sagen wir „Ja“, obwohl wir eigentlich „Nein“ meinen, behalten unsere Gedanken und Gefühle für uns, wollen es dauernd allen Recht machen und akzeptieren, immer wieder verletzt zu werden. Wir entschuldigen uns auch andauernd für alles Mögliche, meist, ohne es zu bemerken. Kommt euch das bekannt vor? Wir wollen nicht als Störefriede, Motzkuh oder Querulant gelten und denken, das sei Höflichkeit. Doch auch wenn wir alles runterschlucken und uns verstellen und zusammenreissen, wir werden genauso von irgendjemandem verurteilt und kritisiert, denn das wird man doch immer. Nur: kostet es nicht sehr viel mehr Kraft und am Schluss auch Selbstachtung, wenn wir für unsere Maske kritisiert werden statt dafür, einfach wir selbst zu sein? Irgendjemand ist immer enttäuscht, wenn wir Nein sagen oder Erwartungen nicht erfüllen. Irgendjemand nimmt uns immer irgendwas übel und es wird auch immer jemanden geben, der über uns lästert und uns vielleicht sogar Steine in den Weg legt. So ist das nunmal und wir können es nicht ändern. Wir können nur ändern, wie wir darauf blicken und wie wir darauf reagieren. Wieso sollten wir uns also für uns selbst und unser Dasein entschuldigen? Oder dafür, dass wir so sind, wie wir sind?? Das ergibt keinen Sinn und damit soll Schluss sein!! Besonders von uns Frauen wird oft verlangt, leise und angepasst zu sein, das fängt schon bei ganz kleinen Mädchen an. Wie oft sagt man bei einem Mädchen, wie hübsch sie doch aussieht oder wie lieb sie doch sei, das passiert oft ganz automatisch, ohne dass wir groß darüber nachdenken. Währenddessen werden bei Jungs eher Wörter wie kräftig, mutig, schlau oder lebhaft benutzt. Das schadet natürlich beiden. Die Mädchen fokussieren sich dann eher auf´s Aussehen und trauen sich selbst in vielen Dingen weniger zu und die Jungs leiden unter einem Leistungsdruck, der genauso schädlich sein kann. Diese Rollenbilder ganz auszumerzen wird uns vielleicht nie oder erst in sehr vielen Jahren gelingen. Und bis dahin bleiben viel zu viele Frauen still und leise und am Ende ausgeschlossen von all den Möglichkeiten, die sich ihnen in unserer Gesellschaft eigentlich bieten würden. Passend dazu wurde vor ein paar Wochen eine, wie ich finde, erschreckende globale Studie veröffentlicht, die zeigt, wie rückständig die Rollenbilder gerade bei jungen Menschen wieder sind. Viele junge Männer äußerten sich sogar deutlich konservativer als die älteren Generationen. Beispielsweise war ein Drittel der Meinung, dass eine Frau ihrem Mann immer gehorchen müsste. Und das ist ja nun wirklich die völlig falsche Richtung, in die die Menschheit sich bewegen sollte, nach all den Kämpfen und den Verbesserungen, die eigentlich schon mal erreicht wurden! Heute herrscht vor allem dank den sogenannten sozialen Medien das Bild der perfekten Menschen vor. Die Männer sollen stark, reich, mächtig, cool und von schönen Frauen, die sie anhimmeln, umgeben sein, damit sie als erfolgreich angesehen werden. Diese Bild kann auch ganz schön gefährlich und giftig werden, dazu passt beispielsweise auch der aktuelle Film bei Netflix, „inside the manosphere“ über die unfassbaren Auswüchse frauenfeindlicher Social-Media-Stars und die immer schlimmere Radikalisierung im Netz, in deren Sog viel zu viele Jugendliche geraten. Gerade Eltern von Jungs sollten sich das unbedingt anschauen, man weiß ja doch nicht immer, wo die Kinder online so unterwegs sind, was sie sich anschauen und wie gefährdet sie sind! Bei Frauen sind die Vorbilder, denen es nachzueifern gilt, natürlich dünn, perfekt gestylt, immer glücklich, ohne Schwierigkeiten mit Kindern, Haushalt und gut bezahltem Vollzeitjob jonglierend. Und ich finde, irgendwie sehen sie auch alle genau gleich aus. Dieses Bild setzt Frauen unter Druck und hält eine unerreichbare, übermenschliche Messlatte hoch, an der man ja nur scheitern kann. Man wird irgendwann psychisch oder körperlich krank, wenn man sich dauernd abstrampelt beim Versuch, an diese unerreichbare und inszenierte Vorstellung der perfekten Frau heranzukommen. Wir sollten also wirklich nie etwas nacheifern oder etwas tun, von dem wir instinktiv spüren, dass irgendetwas daran nicht gut für uns ist. Und wenn wir schon zu tief drinstecken, sollten wir versuchen, etwas zu ändern, entweder unsere Lebensumstände oder unser Denken. Was sich auf jeden Fall ändern sollte, um gesund zu bleiben, ist die häufige Sich-Vergleicherei. Sich Vergleichen ist natürlich etwas zutiefst Menschliches. Wir sind soziale Wesen und wir sehen beim Vergleich mit anderen, wo wir stehen. Passen wir in die Gruppe, in der wir uns bewegen? Können wir vielleicht etwas tun, um unsere Position zu verbessern etc.? Aber wenn wir dann im Internet dauernd mit all den angeblich so viel erfolgreicheren, schöneren und glücklicheren Menschen konfrontiert werden, bleiben wir nur frustriert und demotiviert zurück. Wir sind doch alle einzigartig, mit unseren eigenen Geschichten, wir besitzen viele Fertigkeiten und Möglichkeiten und haben alle auch schon einiges erreicht, oder etwa nicht?!? Das ist großartig so und sollte gefeiert werden!! Was denkt ihr darüber? Seid ihr stolz auf eure Erfolge oder auch einfach darauf, überhaupt noch da zu sein? Oder hadert ihr mit euch und seid unzufrieden? Schreibt mir eure Geschichten! Ich bin gespannt darauf!!

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