Since 06/2026 16 Episoden

Alles auf Anfang, Folge 16

Schweizerdeutscher Mitmach- und Mutmach-Podcast über Neuanfang, Veränderung, Chancen und Ängste

24.08.2026 10 min

Zusammenfassung & Show Notes

In Folge 16 geht es um einen Neuanfang im Arbeitsleben in fortgeschrittenem Alter.

Transkript

Podcast Folge 16 Nachdem ich nun furchtbar lange hauptsächlich über mich gesprochen habe, widmen wir uns heute endlich mal wieder einer Geschichte von euch und auch einem neuen Thema. Es geht um einen Neustart im Arbeitsleben, wenn man schon etwas älter ist. Dazu hat eine Dame, wir nennen sie Conny, weil wir ja zum C kommen, geschrieben, dass sie in ein paar Tagen eine neue Stelle antritt und es immer noch kaum fassen kann, dass sie den Job trotz fortgeschrittenem Alter tatsächlich bekommen hat. Sie freut sich total auf diesen Neubeginn und ist voller Hoffnung, aber auch sehr aufgeregt! So, wie es klingt, ist ihr Mann einfach nur froh, wenn dann die ersten Wochen vorüber sind! Conny schreibt, dass sie sehr verunsichert ist, weil ihr letzter Stellenantritt bei einem neuen Arbeitgeber schon sehr viele Jahre her ist und sie Angst hat, in alle möglichen Fettnäpfchen zu treten, alles falsch zu machen und sich furchtbar zu blamieren… Aber ich bin mir ganz sicher, dass das nicht passieren wird, oder was meint ihr? Ich glaube, das Wichtigste ist, immer daran zu denken, dass der neue Arbeitgeber einen ja wollte, dass er den- oder diejenige ja ausgewählt hat, weil er fand, dass das passt und weil er an einen glaubt. Man stellt ja nicht einfach jemanden ein, weil der grad auf der Strasse vorbeilief oder weil die Frisur so toll ausschaut… Worauf kommt es also an beim Start im neuen Job? Der erste Eindruck ist natürlich super wichtig, wie immer, wenn man neu auf jemanden trifft. Dieser erste Eindruck sollte möglichst natürlich sein und das ist nicht immer einfach, wenn man nervös ist und man hat ja auch weniger als eine Sekunde Zeit dafür! Ja, so schnell dauert es, bis man entschieden hat, ob das Gegenüber sympathisch rüberkommt oder eben nicht! Wichtig beim ersten Eindruck ist der Blickkontakt, die Kleidung, die zum Anlass und zu einem selbst passen sollte und in der man sich auch wohlfühlen sollte, dass man insgesamt gepflegt wirkt, einen angenehmen, aber nicht zu aufdringlichen Duft verströmt und auch die Art und Weise, wie man spricht. Kurzatmige Piepsstimmchen wirken einfach nicht soooo souverän. Und dann das vermutlich wichtigste: die positive Ausstrahlung. Ein nettes Lächeln, eine offene Körpersprache und ehrliches Interesse am Gegenüber lassen einen immer sympathisch wirken. Das Ganze kann man auch gut üben, mit einer Freundin oder einem Freund oder allein vor dem Spiegel. Öfters mal ein bisschen vor sich hin lächeln hebt praktischerweise auch automatisch die Laune, das ist also immer eine tolle Übung! Wenn man nun einen neuen Job antritt, sollte man sich vorher auch mit dem Dresscode, der dort herrscht, bekannt machen oder ihn erfragen und das Outfit am besten auch früh genug planen, damit nichts auf die letzte Minute organisiert werden muss. Den Dresscode auch unbedingt einhalten, alles andere würde für schräg hochgezogene Augenbrauen sorgen. Man sollte natürlich auch pünktlich sein. Zu empfehlen ist auch, alle zu begrüßen, sich ihnen vorzustellen und nicht einfach schnurstracks seinen Platz anzusteuern und alle zu ignorieren, das könnte etwas seltsam wirken. Man sollte aber natürlich auch nicht gleich zu Beginn die Tratschtante raushängen lassen und um Himmels Willen nicht schlecht über den alten Job herziehen!! Ich finde auch, dass man am Anfang nicht allzu viele ironische Sprüche klopfen sollte, erst muss man den Humor der Truppe näher kennenlernen und wissen, was man den Leutchen zumuten kann, zu laut zu sprechen oder andere dauernd zu unterbrechen, macht ebenfalls eher unbeliebt. Auch mit Tipps und Verbesserungsvorschlägen sollte man sich erst einmal zurückhalten, es kommt der Zeitpunkt, an dem man diese unterbringen kann, aber bis dahin ist es empfehlenswert, sich zurückzuhalten und nicht gleich alles rauszuhauen, was einem in den Sinn kommt. Es hilft als Neuling auch ungemein, sich immer wieder in Erinnerung zu rufen, dass jede und jeder mal neu war! Und nicht vergessen sollte man auch, dass man immer alle alles fragen kann, lieber einmal zu viel als zu wenig, dem Neuling helfen doch eigentlich immer alle gerne, oder?? Wer eher vergesslich ist oder zu aufgeregt, um sich gleich alles merken zu können, sollte sich auch das eine oder andere notieren, das schadet nie… Conny scheint auch wegen ihrem Alter etwas verunsichert zu sein, aber das sollte sie, wenn möglich, nicht ausstrahlen und es auch besser gar nicht zum Thema machen. Es gibt das Klischee, dass man ab 50 zum alten Eisen gehört und mit den Jungen nicht mehr mithalten kann, doch das stimmt einfach nicht und das merken zum Glück auch immer mehr Menschen. Die Ü-50-er verfügen über mehr Berufs- und allgemeine Lebenserfahrung, sind meist schon in sich ruhend, und können so auch mit einigem besonnener umgehen, als junge Menschen am Anfang der Karriere. Sie haben schon einiges erlebt, ihre Fehler gemacht und konnten daraus lernen und wachsen. Oft weiß man in dem Alter genau, was man will, oder, was man nicht mehr will. Die eventuell vorhandenen Kinder sind aus dem Haus oder in einem Alter, in dem man die Arbeits- und die Ferienzeit nicht mehr nach ihnen richten muss. Es ist also keineswegs notwendig, irgendwie das Alter zu thematisieren, das gilt auch bereits für die Bewerbung und das Vorstellungsgespräch. Sagt man Dinge wie „ich bin trotz meinem Alter Neuem gegenüber aufgeschlossen“ oder „ich bin noch immer lernfähig“, weist man unnötig auf das Alter hin, das dem potenziellen neuen Arbeitgeber ja sowieso schon bekannt ist und zeigt höchstens seine eigene Unsicherheit. Man sollte sich auf seine Kompetenzen besinnen und diese auch besonders hervorheben. Heutzutage schauen auch nicht mehr allzu viele Arbeitgeber aufs Alter, nicht nur wegen dem Fachkräftemangel, sondern weil einfach inzwischen klar ist, wie wertvoll ein Arbeitnehmer mit Beruf- und Lebenserfahrung ist. Wie waren eure Erlebnisse mit neuen Jobs so? Kennt das jemand auch, dass man sich die ersten Tage so reinkniet, dass man sogar davon träumt? Ich kann mich an zwei Neuanfänge erinnern, als ich noch jung war, die mich über alle Massen beschäftigt hatten. Das eine war mein erster Job im Service und ich weiß noch, dass ich in den ersten Nächten jeweils im Halbschlaf im Zimmer herumgegeistert bin und die Zapfhähne gesucht habe, weil ich ein Bier zapfen musste! Bei meinem ersten Job im Verkauf dann, ein paar Jahre danach, passierte mir dasselbe, nur habe ich dieses Mal überall die Kasse gesucht und bin durchgedreht, weil ich sie nicht gefunden hatte! Zum Glück legte sich das nach ein paar Tagen. Es gab auch ein paar Albtraum-Jobs, aber das geht vermutlich jedem so. Ein Bürojob war glücklicherweise schnell wieder vorbei, aber der war so schlimm, dass ich fast jeden Nachmittag weinend nach Hause fuhr und ich weine eigentlich fast nur bei Filmen… Das waren keine Menschen dort in diesem Büro, sondern Roboter!! Sogar in den Mittagspausen haben sie sich nicht einfach mal nett unterhalten können, es war wirklich grauenhaft! Aber stimmt ja! Nie schlecht über alte Arbeitgeber sprechen!! Stichwort Mittagessen: Conny, geh am besten zusammen mit den neuen Kolleginnen und Kollegen in die Pausen, das schafft immer eine gute Atmosphäre, sofern so etwas dort herrscht und es nicht so ist wie damals bei mir in dem einen Büro. Nutze die Lernmöglichkeiten, die sich dir bieten, sei hilfsbereit, versuche, gute Qualität abzuliefern und zeige auch Interesse an der Arbeit der anderen, das kommt immer gut an. Gern auch nach den ersten Tagen um Feedback bitten, dann weißt du, wo du stehst. Also, liebe Conny, du schaffst das, ganz bestimmt und wir drücken dir alle die Daumen! Auch allen anderen, die gerade ihren neuen Job anfangen, wünsche ich das Allerbeste! Glaubt an euch und zeigt, was in euch steckt!

Feedback geben

Erzählt mir eure Gedanken zu den Themen, eure Ideen zu den gehörten Geschichten und erzählt mir eure Geschichte, was ihr erlebt habt zum Thema Neuanfang! 
Ich freue mich sehr auf eure Mitteilungen und euer Feedback, vielen Dank!!

Mit einem Klick auf "Nachricht absenden" erklärst Du Dich damit einverstanden, dass wir Deine Daten zum Zwecke der Beantwortung Deiner Anfrage verarbeiten dürfen. Die Verarbeitung und der Versand Deiner Anfrage an uns erfolgt über den Server unseres Podcast-Hosters LetsCast.fm. Eine Weitergabe an Dritte findet nicht statt. Hier kannst Du die Datenschutzerklärung & Widerrufshinweise einsehen.